Segensreicher Start ins neue Jahr
Wann läuft „Dinner for One“? Reicht der Sekt zum Anstoßen? Habe ich wirklich an alles für das Raclette gedacht? Silvester naht und landauf, landab gehen die Menschen ihre ganz persönliche Checkliste für den letzten Abend des Jahres durch. Spätestens wenn die ersten Raketen und Böller abgefeuert werden, grübeln die meisten ehrenamtlichen Feuerwehrleute über eine ganz andere Frage nach: „Wie verbringe ich den Jahreswechsel?“ Schließlich stellt die Nacht des 31. Dezember den brandgefährlichsten Zeitraum des Jahres dar, wie die Statistik der Feuerwehr Kösching bereits mehrfach bewies.
Entgegen mancher Befürchtung konnten Köschings Brand- und Katastrophenschützer den jüngsten Silvesterabend und den darauffolgenden Neujahrstag in aller Ruhe mit ihren Familien und Freunden verbringen. Erstmals in Anspruch genommen wurde ihre Alarmbereitschaft am 3. Januar 2026, als sie um 10.22 Uhr zu einer ausgelösten Gefahrstoffmeldeanlage in die Nachbargemeinde Lenting gerufen wurden. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte Schmorgeruch im Technikraum eines Firmengebäudes fest. Nach einer gründlichen Erkundung durch einen Atemschutztrupp und eingeleiteten Messungen wurde der betroffene Bereich mit einem sogenannten Be- und Entlüftungsgerät belüftet.
Mag dieser Vorfall zwar schnell abgearbeitet worden sein, so waren die Aktiven der Köschinger Wehr heuer bereits auf vielfältige andere Weise über mehrere Stunden beschäftigt. So nutzten die ehrenamtlichen Gerätewarte so manch freien Tag des verbliebenen Weihnachtsurlaubs für Prüf- und Reinigungsarbeiten rund um den Fuhrpark und das Gerätehaus. Angesichts des nahenden Endes der „staaden Zeit“ wurde der Christbaum, der seit dem ersten Adventswochenende vor dem Gerätehaus stand, seines Schmuckes entledigt und „gefällt“. Die Erstellung von Statistiken, Berichten oder die Verwaltung der Mitglieder verschlang bereits so manche Stunde bei den Verantwortlichen von aktiver Mannschaft und Verein.
Die Führungsdienstgrade der aktiven Wehr nutzten am Vortag des Dreikönigtags einen ganzen Nachmittag, um sich über anstehende Herausforderungen auszutauschen und den Übungsplan für das komplette Jahr zu erstellen. Ehe sich die Kommandanten, Zug- und Gruppenführer mit Übungen, Taktik und Co. auseinandersetzten, bekamen sie „königlichen“ Besuch: Die Sternsinger der Pfarrei Mariä Himmelfahrt überbrachten den Floriansjüngern ihre Segenswünsche. Weihrauchschwenkend „schlugen“ Caspar, Melchior und Balthasar den Vers „20*C+M+B+26“ – Christus segne dieses Haus“ über der Eingangstüre des Gerätehauses an. Somit können die Feuerwehrler gut in ein neues Jahr starten, ehe es in zwölf Monaten wieder heißt „Wann läuft Dinner for One?“
Text: Christian Wittmann | Bild: Markus Würzburger