Feuerwehr auf Wachstumskurs

17.01.2026
Verein
Ein gewaltiges Einsatz- und Ausbildungspensum, der höchste Mitgliederstand in ihrer 155-jährigen Geschichte und ein solides Polster bei den Finanzen: Die jüngste Generalversammlung der Feuerwehr Kösching Mitte Januar hielt imposante Kennzahlen, aber auch zahlreiche Ehrungen und eine Premiere bereit.

13.579 Stunden – so viel Zeit hatten Köschings Feuerwehrleute im Jahr 2025 für ihren ehrenamtlichen Dienst investiert. Dass diese Zahl geringfügig kleiner ausfiel als noch im Vorjahreszeitraum, bat Kommandant Jürgen Meier in seinem Bericht an der jüngsten Generalversammlung der Wehr zu entschuldigen. Den sarkastischen Unterton, der sich dahinter verbarg, wussten die 104 Anwesenden durchaus richtig zu deuten, schließlich war das zuvor dargelegte Zahlenwerk des Kommandanten überaus beeindruckend: 130-mal waren die ehrenamtlichen Kräfte ausgerückt, wobei 35 Menschen betreut oder gerettet wurden, während für zwei Personen leider jede Hilfe zu spät kam. In diesem Zuge nannte Meier die steigende Tendenz bei den First-Responder-Einsätzen, also jene Vorfälle, bei denen Feuerwehrleute die Ankunftszeit des Rettungsdienstes durch lebensrettende Maßnahmen überbrücken müssen. Während Meier die zeitgleich schwindende Notfallversorgung in der Region kritisierte, lobte er im selben Atemzug seine Aktiven: „Wir bereiten uns bestmöglich auf dieses wachsende Aufgabengebiet vor, denn das sind uns die Bürgerinnen und Bürger wert.“ Neben den turnusmäßigen Übungen, Gerätewartungen, Verwaltungstätigkeiten und den Bemühungen in der Brandschutzerziehung werden die Floriansjünger künftig auch die Brandschutzunterweisungen an der Klinik Kösching übernehmen.

Dieses Engagement für das örtliche Krankenhaus wurde ebenso anerkennend aufgenommen, wie die detaillierte Protokollanfertigung von Schriftführerin Christine Mulinski und die hervorragende Finanzlage des Vereins, welche Kassier Christian Liebhard vermelden konnte. Die Entlastung der Vorstandschaft, beantragt durch die Kassenprüfer Michael Fichtner und Paul Fuchs, stellte daher eine Formalie dar.

Rekordhoch bei den Mitgliedern

Das Floriansfest mit großem Tag der offenen Tür und das Christbaumaufstellen waren zwei Highlights des zurückliegenden Vereinsjahrs, welche Hunderte Besucher anzogen. Einen wahren Ansturm erlebte auch der Verein selbst, der durch 47 Neueintritte auf 714 Mitglieder angewachsen ist. „Unsere Feuerwehr setzt damit ihren Wachstumskurs erfreulicherweise fort.“, wie Vorsitzender Christian Wittmann in seinen Ausführungen feststellte. Dass den Mitgliedern sehr viel geboten wurde, machte die Liste der gesellschaftlichen Aktivitäten deutlich, die sich nicht nur auf die beiden Großveranstaltungen beschränkte. So pflegten die Floriansjünger ihre Kameradschaft unter anderem beim Karfreitags-Fischessen, dem obligatorischen Bootsausflug, einem gemütlichen Sommernachtsfest und einer stimmungsvollen Weihnachtsfeier. Die Teilnahme an vier Gründungsfesten, der Marktmeisterschaft im Schießen und dem „Stadtradeln“ sowie eine eigens initiierte Nähaktion für den guten Zweck belegten abermals das gute Miteinander und das vielschichtige Engagement der Wehrleute.

Voller Tatkraft waren auch die 28 Nachwuchskräfte der Stützpunktwehr, wie Jugendwartin Christine Stoiber zu belegen wusste. Neben den wöchentlichen Ausbildungsveranstaltungen unterzogen sich ihre Schützlinge unter anderem der Jugendleistungsprüfung, absolvierten die Zwischenprüfung der Modularen Truppausbildung und hatten sich mit anderen Jugendgruppen beim Kreisjugendfeuerwehrtag gemessen. Für große Begeisterung sorgte abermals der Berufsfeuerwehrtag mit aktionsgeladenen Einsatzübungen. Als herausragendes Ereignis stellte die Jugendwartin den diesjährigen Kreisjugendfeuerwehrtag dar, welcher am 25. Juli 2026 in Kösching stattfindet.

Eine Premiere an der jüngsten Generalversammlung lieferte Lothar Schmidl. Der Leiter der Kinderfeuerwehr berichtete erstmals über die Aktionen der „Blaulichtbande“, die im vergangenen Februar gegründet wurde und Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren für die Feuerwehr begeistert. Gemeinsame Spiele und kleine Projekte förderten den Teamgeist und den Zusammenhalt bei den jüngsten Köschinger Feuerwehrlern. Dass dies während der neun Gruppenstunden gelang, davon zeugt eine positive Resonanz, sowohl bei den Kindern als auch bei deren Eltern. „Wir sind stolz auf unsere motivierte Blaulichtbande.“, brachte es Schmidl auf den Punkt.

Jemand, der um all die Leistungen der Köschinger Wehr genauestens Bescheid weiß, ist Kreisbrandinspektor Franz Waltl. In einem wertschätzenden Grußwort ging dieser auf die beachtliche Anzahl der Einsätze ein und unterstrich die Professionalität, mit der diese bewältigt werden. Sein Vermerk auf eine adäquate Ausrüstung wurde von Bürgermeister Ralf Sitzmann aufgegriffen, welcher den Dank der gesamten Marktgemeinde an die ehrenamtlichen Brand- und Katastrophenschützer übermittelte und sein Versprechen gab, dass der Feuerwehrbedarfsplan konsequent weitergeführt wird. Hinsichtlich eines Standorts für ein neues Gerätehaus zeigte sich der Rathauschef äußerst optimistisch: „Wir haben eine geeignete Fläche im Auge, mit welcher sich der künftige Marktgemeinderat bereits in seiner ersten Sitzung im Mai beschäftigen könnte.“

Engagierte Einsatzkräfte und treue Mitglieder

Den „schönsten Tagesordnungspunkt einer Generalversammlung“, wie es Vorsitzender Christian Wittmann betitelte, bildeten die Ehrungen und Beförderungen. Hierbei standen 39 engagierte Einsatzkräfte und treue Mitglieder im Mittelpunkt.

Für zehnjährige Dienstzeit wurden Antonia Liebhard, Dominik König und Johannes Stoiber honoriert. Während Franziska Heckl auf ihr 15-jähriges Dienstjubiläum blicken kann, wurde Florian Karras für sein 20-jähriges Wirken ausgezeichnet. Cornelia Sandmair, Stefan Armbruster, Michael Remmers, Christian Schöpfl und Daniel Krauser wurden für ihre 30-jährige Einsatzbereitschaft gewürdigt. Eine Ehrung für sein 35-jähriges Dienstjubiläum wurde Christian Liebhard zuteil. Seit vier Jahrzehnten gehört Raimund Wittmann der Einsatzmannschaft an, während Herbert Brunner die Anerkennung für ein halbes Jahrhundert Feuerwehrdienst erhielt.

Bedingt durch ihren Einstieg in die Einsatzmannschaft wurden Emma Schätz und Magdalena Weichsel zu Feuerwehrfrauen ernannt, während Franziska Heckl, Sofia Schumann und Stefan Erhardt zu Oberfeuerwehrfrauen bzw. -männern befördert wurden. Das Dienstgradabzeichen eines Oberlöschmeisters trägt künftig Holger Gaßmann an seiner Uniform.

Gewohnt umfangreich war die Liste jener Mitglieder, die für ihre 25-jährige Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet wurden: Andrea Ernhofer, Renate Fichtner, Vera Haag, Dagmar Liepold, Helmut Artner, Eduard Ciesla, Simon Diepold, Thomas Liepold, Klaus Mittermeier und Florian Obermeier. Seit 40 Jahren gehören Helmut Bayerlein, Martin Deindl, Franz Heckl, Manfred Heckl und Anton Maier der Köschinger Wehr an. Ihr 50-jähriges Vereinsjubiläum können Herbert Deindl, Michael Sangl und Raimund Kauf feiern, während Johann Licklederer, Josef Licklederer und Johann Reck seit sechs Jahrzehnten der Köschinger Wehr angehören.

Ein Dankeschön für ihren Einsatz, der über das „normale Dienstgeschehen“ hinausgeht, erhielten drei eifrige Mitglieder. So wurden Christian Ampferl nach 13-jähriger und Michael Sangl nach 43-jähriger Mitarbeit mit einem Geschenk aus dem Verwaltungsrat verabschiedet. Auch Jonas Metzler der sich sieben Jahre als Bekleidungswart um Schutzanzüge, Uniformen und Co. kümmerte, konnte sich über eine kleine Aufmerksamkeit freuen.

Text: Christian Wittmann | Bilder: Pascal Georg